Wohnen und Leben in der Veddel

Die nördlichste Großstadt Deutschlands Hamburg ist bekannt für die attraktive Innenstadt, Hafenstadt und exklusive Wohnlagen am Elbufer. Aber auch jenseits der bekannten Stadtviertel ist die Metropole im hohen Norden lebenswert.

Der kleine Stadtteil Veddel an der Norderelbe ist bislang nur Kennern ein Begriff. Ursprünglich ein Arbeiterviertel hat sich die Veddel zum beliebten zentrumsnahen und gleichzeitig beinahe dörflichen Wohnviertel entwickelt.

Arbeiterviertel und Tor zur Neuen Welt

Genau genommen besteht die Veddel aus drei einzelnen Stadtteilen, die, jeder für sich genommen, ihren ganz eigenen Charakter haben. Direkt hinter den Elbbrücken liegt die Kleine Veddel, dazu gehört der Stadtteil Peute sowie ein Teil der Elbinsel Wilhelmsburg.

Während die Peute durch das große Kupferwerk Aurubis mit drei riesigen Schloten geprägt ist, sind die ehemaligen, wiederaufgebauten Auswandererhallen im Ballin Park prägend.

Die Geschichte der Auswanderer wird hier eindrucksvoll und originalgetreu präsentiert. Zwischen 1850 und 1939 war hier der Ausgangspunkt für über 5 Millionen Auswanderer in die Neue Welt und in das Land ihrer Träume.

 

Multikulti und neue Lebensqualität

Über Jahrzehnte war die Veddel ein Problemviertel, eingerahmt von Autobahn und Bahnlinie mit wenig Lebensqualität. Im Zuge der Internationalen Bauaustellung (IBA) wurde der einst vernachlässigte Stadtteil zunehmend attraktiv. Gebaut wurde nicht nur das sogenannte IBA Dock, ein schwimmendes Bürogebäude, sondern auch Wohnungen, um die Abwanderung zu stoppen.

Umstritten bei den Bewohnern sind jedoch manche Aktionen im Rahmen der IBA wie die Verkleidung des Wohnhauses in der Veddeler Brückenstraße mit Blattgold. Geprägt ist der Stadtteil jedoch mehrheitlich durch solide rote Klinkerbauten. Das Wohngebiet im Veddeler Stieg besticht durch seine Lage: Gebaut wurde dort eine Uferpromenade, die gleichzeitig die Funktion einer Hochwasserschutzanlage hat. Bereichert wird das Viertel auch durch die Brunnenanlage der Künstlerin Doris Waschk-Balz, ein beliebter Treffpunkt auf der Veddel.

Historisches Schiff

Große und kleine Sehenswürdigkeite

Die Hauptattraktion auf der Veddel ist zweifellos das Auswanderermuseum BallinStadt. In den wiederaufgebauten Hallen der ehemaligen Quarantänestation der Auswanderer lässt sich die Geschichte in der originalgetreuen Rekonstruktion eindrucksvoll nacherleben.

Die Unterkünfte in Zwischendecks der Auswandererschiffe auf der Hamburg-Amerika Linie zeigen detailreich, wie beschwerlich die weite Überfahrt war. Historische Broschüren, Fahrpläne und Fahrkarten ergänzen die Präsentation. Ebenfalls im Krieg zerstört wurde die Immanuelkirche. 1954 wieder aufgebaut, ist sie heute eine Treffpunkt für den ganzen Stadtteil: evangelische und afrikanische Gottesdienste, Konzerte und Lesungen bereichern das Quartier.

 

Kulinarisch breit aufgestellt

Neben vielfältigen internationalen Geschmackserlebnissen gibt es auch noch ein historisch belegtes Highlight auf der Veddel. Die Veddeler Fischgaststätte serviert Backfisch nach einem Rezept von 1932 im Ambiente der 70er Jahre.

Backfisch