Der von der Norderelbe getrennte Hamburger Stadtteil Veddel mit seinen rund 4.700 Einwohnern, ist Teil des Bezirks Hamburg Mitte und wurde im Jahr 1768 eingemeindet.

 

Die Gründungsjahre

Der Name Veddel entsprang wahrscheinlich aus dem Begriff Wede. Damit wird in der niederdeutschen Sprache Weideland bezeichnet. Frühen Aufzeichnungen aus dem 16. Jahrhundert belegen auch, dass sich dort Weideland befand und Milchwirtschaft betrieben wurde.

Durch den Gottorper Vertrag von 1768 zwischen dem dänischen König und Hamburg, erkannte Dänemark die Zugehörigkeit der Veddel zu Hamburg an und wurde so zu einem Teil der Hansestadt. In Folge der Errichtung des Freihafens wurde der Westteil des Stadtteils, die Insel “Großer Veddel” zu einem Teil des Hamburger Hafens. Auf der als “Kleine Veddel” bezeichneten Insel entstanden Wohnbauten. Im Zuge des Baus der Elbbrücken entstand die erste feste Straße in die Hamburger Innenstadt.

Die Sloman Siedlung, benannt nach dem Initiator, dem Reeder Robert Miles Sloman jr., war Hamburgs erste Arbeitersiedlung und wurde in Form einer Gartenstadt erbaut. Eine von Kaufleuten gegründete Wohnungsbaugesellschaft erwarb 1878 das Gelände zu einem günstigen Preis von der Stadt Hamburg, um die Wohn- und Lebensverhältnisse der Arbeiterschaft zu verbessern und gleichzeitig den Zulauf der arbeitenden Bevölkerung zu den Sozialdemokraten, Einhalt zu gebieten.

Geschichte von Hamburg Veddel

Veddel im 20. Jahrhundert

Im Jahr 1928 wurde die Siedlung, nach Plänen des damaligen Oberbaudirektors Fritz Schumacher, durch Backsteinbauten ersetzt, die auch heute noch das Erscheinungsbild prägen.

1944 wurden 2.000 KZ-Häftlinge zu Aufräumungsarbeiten der zerstörten Betriebe der Mineralölindustrie, den Wasserwerken und der Reichsbahn eingesetzt. Der Nordteil Veddels wurde durch die Luftangriffe, vor allem im Zuge der Operation Gomorrha, fast komplett zerstört. Die Ruinen wurde abgerissen und es entstanden neue Straßen und ein Zollgebäude.

Foto von Veddel

Die Auswandererhallen

Der Anfang des 20. Jahrhunderts war von einer starken Auswanderungsbewegung nach Nordamerika geprägt. Im Süden des Müggenburger Zollhafens entstanden daher die Auswanderungshallen auf Initiative des Reeders Robert Balin. Auf über 50.000 Quadratmetern Fläche wurden Schlaf- und Wohnmöglichkeiten, Speisesäle, Synagogen und Kirchen errichtet.

Bevor ankommende Emigranten auf die Schiffe der Hamburg-Amerika Linie, der HAPAG, durften, mussten diese eine 14-tägige Quarantäne mit ärztlichen Untersuchungen über sich ergehen lassen. Ein BallinStadt genanntes Museum zeigt heute noch die Geschichte jener Zeit.